So erzielst du den besten Saiten-Klang (Saubere Harfenspieltechnik)

Die Harfe klingt eigentlich immer himmlisch und es ist schon ein Kunststück, darauf Misstöne zu erzeugen. Aber natürlich gibt es Tricks, um den optimalen Klang aus deinem Instrument hervorzuholen.


Die richtige Stelle, um deine Saite anzuzupfen ist die Mitte der Saitenlänge. Hier entsteht die größe Schwingung beim Anspielen. Je weiter du zu den Aufhängungspunkten oben oder unten rutscht, um so flacher wird der Klang, da die Saite weniger weit ausschwingt.





Das kann durchaus mal ein beabsichtigter Klangeffekt sein und heißt dann Près de la table, was “dicht am Tisch (Klangdecke)” heißt. Der Ton ähnelt dann dem Klang einer Laute. In deinem Notensatz würde dann entweder Près de la table oder p.d.l.t. stehen.


Den Ton beeinflusst du außerdem mit der Art, wie du zupfst. Um einen satten Ton zu erzeugen, benutzt du das erste Fingerglied und versucht, mit möglichst viel Fläche die Saite anzuspielen. Wenn du nur die Spitze deiner Fingerkuppe nimmst, kannst du deutlich hören, dass der Ton weniger voll klingt.


Die Fingernägel werden nicht zum Anspielen der Saite benutzt, es sei denn, deine Noten geben dir dies ausdrücklich vor - zu Erkennen am Halbmondförmigen Symbol über der Notenzeile:


Kleiner Exkurs in die Geschichte: In Irland hatten Metallsaiten bei den Harfnern des 16. Jahrhunderts Tradition. Sie haben einen sehr hellen, silbrigen Klang mit langem Nachhall und wurden mit den Fingernägeln gezupft sowie gleichzeitig dann mit den Fingerkuppen wieder leicht gedämpft. Die Metallsaiten erfordern also eine ganz eigene Spieltechnik. Die älteste, erhaltene Harfe Irlands - die Brian-Boru-Harfe im Trinity College Dublin - ist so eine Metallsaitenharfe.



Apropos Nachhall: Durch ihre Länge schwingen die Basssaiten deutlich länger als die kürzeren hohen Saiten im Diskant. Darum ist es bei den Bässen oft sinnvoll, sie nicht ausschwingen zu lassen, sondern sie abzudämpfen, damit sich die Harmonien nicht unschön überlagern.


Die meisten unerwünschten Beiklänge entstehen im Spiel dann, wenn einen noch schwingende Saite mit den Fingern berührt wird. Das erzeugt dann ein Schnarrgeräusch.


Indem du übst, die Finger gezielt und beherzt aufzusetzen, kannst du solche Beiklänge in den Griff bekommen.


Auf jeder Saite “verstecken” sich neben dem Grundton übrigens noch eine Menge von anderen Klängen - die sogenannten Obertöne. Auf die komme ich in einem anderen Beitrag noch genauer zu sprechen.

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